Juni 2017

             
Susi

Das Klingeln des Telefons holt mich aus dem Schlaf. Ich schlurfe ins andere Zimmer hinüber.
Wo ist nur meine Brille? Ein Blick auf die Uhr: Sie zeigt 7:58, das ist verdammt früh am Sonntagmorgen. Das sollte besser dringend sein, sonst neige ich zu unhöflichen Kommentaren.
»Ja? Hallo?«
»Guten Morgen, Bachmann hier, ich rufe wegen Ihrer Anzeige an. Wir hätten einen Langhaardackel abzugeben, eine zehnjährige Hündin, wenn Sie daran Interesse hätten.«
Das kommt jetzt aber sehr plötzlich, ungläubig starre ich das Telefon an. Erst heute Nacht habe ich bei ebay-Kleinanzeigen eine Anzeige aufgegeben: Älteres Paar sucht älteren Hund. Gerade erst habe ich den Verlust meiner geliebten Katze überwunden und mich spontan dazu entschlossen mir einen Hund anzuschaffen. Meine Freundin weiß noch nichts davon.
Ich schalte den Lautsprecher am Telefon an und gehe zu ihr hinüber.
»Sind Sie noch da?«, ertönt es aus dem Telefon.
»Ja ja, ich bin noch da. Es ist noch sehr früh und ich bin sehr überrascht. Die Anzeige habe ich erst heute Nacht aufgegeben, so schnell habe ich nicht mit einer Reaktion gerechnet.«
»Ich habe sie grade eben gelesen und dachte, das könnte gut klappen. Wissen Sie, der Hund liegt bei uns den ganzen Tag nur auf der Couch und niemand kümmert sich um ihn. Wir sind ein landwirtschaftlicher Betrieb und ich habe noch sechs Huskys, mit denen ich täglich arbeite. Es bleibt einfach keine Zeit für die Kleine. Sie bräuchte jemand, der für sie da sein kann, von dem sie Aufmerksamkeit erhält.«
»Einen Augenblick bitte, ich muss das eben mit meiner Freundin absprechen, das kommt jetzt sehr überraschend.
Kann ich Sie in zehn Minuten zurückrufen?«

Mit überraschtem wie verschlafenem Gesichtsausdruck blinzelt mich meine Freundin an.
»Was meinst du, wollen wir uns eine Langhaardackelhündin anschaffen?«, frage ich sie mit breitem Grinsen. Was Dackel angeht, sind wir beide uns einig, das sind tolle, lustige Hunde und haben die richtige Größe, um in einer Wohnung zu leben. Also wenn ich mir eine Rasse hätte aussuchen können, dann wäre es ein Dackel gewesen. Umso größer ist meine Freude über dieses Angebot. Schnell erkläre ich meinem Schatz, wie es zu dem Anruf kam und wir entscheiden uns dafür, es mit der Dackeldame zu versuchen. Einen Anruf später, haben wir mit Frau Bachmann verabredet, dass ihr Vater uns die Susi am Nachmittag vorbeibringt. Sie lebt jetzt in Brandenburg auf dem Land und wir haben kein Auto. Also haben wir es so geregelt. Pünktlich um drei Uhr klingelt es an der Tür und ein älterer Mann steht mit einem Dackel davor.
»Hallo und guten Tag, ich bringe die Susi.«
»Hereinspaziert, willkommen!«, lasse ich sie eintreten. Die Dackeldame von rotbrauner Färbung mit langem Fell und einem hellen Gesicht schaut sich interessiert im Zimmer um.
»Sie ist eigentlich ein ganz lieber Hund, Sie sollten keine Probleme mit ihr haben«, sagt Herr Bachmann.
»Gibt es etwas Besonderes, auf das wir achten müssen?«
»Nun, sie hört und sieht wohl nicht mehr sehr gut, aber sonst gab es nie Probleme mit ihr. Ich muss dann weiter, ich hab
noch was zu erledigen.«
Er beugt sich zu Susi hinunter, streichelt sie kurz und verabschiedet sich von ihr: »Tschüss meine Kleine, machs gut.«
Wir geben uns die Hand und weg ist er.
»Na, das war ja mal schnell. Hallo meine Kleine, willkommen bei uns. Schau dich nur um, das ist dein neues Zuhause«, sage ich zu unserem neuen Mitbewohner. Sie hat erstaunlich gleichmütig auf seinen Abschied reagiert, eine besonders enge Beziehung hat da offensichtlich nicht bestanden. Wir haben noch ein Polsterkissen, das kann sie als Lager haben.
Eine Schale mit Wasser und eine mit etwas Trockenfutter, das Herr Bachmann mitgebracht hat, komplettieren erst mal ihre Einrichtung. Gleich morgen werde ich einkaufen gehen, da braucht es ja einige Sachen. Mir fällt auf, dass sie sich sehr oft
und heftig kratzt. Sie wird doch keine Flöhe mitgebracht haben? Oh doch, dieser Hund ist eine wandelnde Flohburg.

Im Laufe des Abends wird ihr Kratzen immer heftiger und sie jault schon dabei. Es wirkt zunehmend hysterischer,
es muss sie sehr quälen. Ich schau mir ihr Fell genauer an, kann aber nichts entdecken. Was kann ich nur tun, um ihr zu helfen? Habe ich ein Hausmittel, das gegen Flöhe hilft? Mir fällt keins ein. Halt, doch! Essig könnte vielleicht helfen.
Bleibt die Frage, bekommen wir den Hund in die Dusche? Doch Susi scheint zu spüren, dass wir ihr helfen wollen,
sie ist ganz brav. Erst sprühe ich sie mit einer Essig-Wasser Mischung ein, dann ziehe ich mich aus und gehe mit ihr unter
die Dusche. Dort wasche ich sie gründlich mit Kernseife und spüle sie ordentlich von allen Seiten ab. Nach einem kurzen Augenblick, merkt sie wohl auch, dass es ihr guttut und sie hält ganz still. Wie kriegen wir diesen Hund jetzt wieder trocken? Am besten mit dem Föhn, wenn sie das erträgt. Doch auch hier hält sie wunderbar still und zeigt sich völlig unbeeindruckt
von dem Geräusch. Zumindest für den Augenblick ist Ruhe und sie kann sich entspannen. Zwar kratzt sie sich bald wieder, aber nicht mehr so oft und nicht so heftig.

Am nächsten Tag erledige ich schnell die Einkäufe und gehe dann mit ihr zu einem Tierarzt. Der untersucht sie gründlich, findet Läusekot aber sonst nichts Auffälliges an ihr. Ich bekomme ein Flohmittel und Susi noch eine Tollwutimpfung. Laut Frau Bachmann ist sie bisher noch nie bei ihr geimpft worden. Es gibt auch keinerlei Papiere für diesen Hund.
Am nächsten Morgen finden wir einen kleinen See und einen großen Haufen im Wohnzimmer vor.
Dieser Dackel muss schnell lernen stubenrein zu werden. Auf dem Bauernhof war das scheinbar kein Thema, da konnte sie jederzeit rein und raus. Das sollten wir aber schnell in den Griff kriegen, das haben noch alle gelernt. Susi ist ein sehr ruhiger Hund, sie schläft sehr viel. Wenn wir Gassi gehen, bleibt sie immer mal wieder stehen und schaut, als ob sie jemand erwarten würde. Wahrscheinlich denkt sie, dass sie bald wieder abgeholt wird.

Schnell ist zu merken, dass sich Susi sehr stark an mich bindet, sie ist immer bei mir und folgt mir ständig überall hin.
Wenn ich in meinem Sessel am Computer sitze, liegt sie meist entweder auf meinen Füßen oder direkt vor mir auf einem Hocker. Sie sucht ständig meine Nähe. Ich habe das sichere Gefühl, dass sie sich mit der neuen Situation abgefunden hat. Wenn ich sie so ansehe, kuschle und streichle, dann ist sie ganz wohlig entspannt. Ich glaube, sie ist inzwischen gerne bei uns.

Umgeben von diversen Grünflächen, Parks und Gewässern, leben wir jetzt seit einem Jahr in einem recht hundefreundlichen Gebiet innerhalb Berlins. Direkt hinter unserem Wohnblock befindet sich eine artenreiche Parkanlage mit vielen Bäumen
und Freiflächen, ideal um Hunde auszuführen. Außerdem hat Susi ihre Leidenschaft für mein Elektromobil entdeckt.
Wenn ich auf das Dreirad steige, springt sie gleich zu mir in den Fußraum und wartet begierig darauf, dass es losgeht.
Wir haben inzwischen einige Fahrten zusammen absolviert und es hat ihr viel Freude bereitet. Susi ist ein locker entspannter Hund dabei sehr zugewandt und verschmust.

Wir fahren an die Ostsee! Durch Zufall bin ich im Internet auf eine Hundepension in Grömitz gestoßen.
Ein Anruf, eine kurze Absprache und schon sitzen wir in der Bahn. Vier Stunden hat die Fahrt gedauert, dann stehen wir auf dem Bahnhof, von dem uns unsere Wirtsleute abholen. Ein kleiner Bungalow mit zwei Zimmern in einem Garten, der macht einen guten Eindruck. Leider ist das Grundstück nicht komplett eingezäunt, ich hatte gehofft, Susi könnte hier frei herumlaufen. Da sie aber offenbar keinerlei Gefahrenbewusstsein hat und nichts und niemandem aus dem Weg geht, können wir nicht riskieren, dass sie irgendwo auf den Straßen herum irrlichtert. Doch hier gibt es eine Couch, hier kann sie direkt neben mir liegen, das reicht ihr völlig. Wo ich nicht bin, will sie eh nicht sein und so schön dicht wie hier, kommt sie zuhause nicht dauerhaft an mich dran.
Dem Ort Grömitz kann ich leider so gar nichts abgewinnen, er hat keinerlei Charme. Alles ist sehr touristisch ausgelegt und entsprechend teuer. Der Strand ist mit Strandkörben zugepflastert, fein säuberlich aufgereiht und abgegrenzt. Alles gehört irgendjemand, selbst das Betreten des Strandes ist schon gebührenpflichtig. Jetzt ist Anfang September und die Temperatur nur bei mäßigen 23° C, die Strandkörbe sind weitgehend verwaist. Doch es gibt in einem Extra-Abschnitt einen Hundestrand, dort wollen wir gleich mal hin. Es laufen einige Hunde herum, hier können wir Susi auch von der Leine lassen. Sie ist selbst nicht besonders an ihren Artgenossen interessiert, geht ihnen lieber aus dem Weg. Da sie nun mal eine fruchtbare Hündin ist, findet sie natürlich auch das Interesse von vielen Rüden. Auf einmal stehen erst drei und dann sogar fünf große Hunde um
sie herum, einer ist besonders zudringlich. Da setzt sich unsere sanfte Susi aufrecht auf die Hinterläufe, reckt den Kopf kämpferisch in die Höhe, fletscht die Zähne und lässt ein bedrohliches Knurren hören. Es ist immerhin so eindrucksvoll,
dass die Rüden, obwohl sehr viel größer, erschrocken von ihr ablassen. Nur ein großer schwarzer Bernersenn will sie einfach überrumpeln, doch ich verscheuche ihn. Das zeigt mal wieder, dass man einen Dackel nicht unterschätzen sollte.
Ein Hund, der dazu gezüchtet wurde in Dachsbauten einzudringen und einen doppelt so großen und schweren Gegner
daraus zu vertreiben, ist kein ängstlicher Charakter.

Die fünf Tage Urlaub an der Ostsee haben uns noch enger zusammengebracht. Seit wir wieder zuhause sind, hat Susi wohl endgültig für sich angenommen, dass sie bei uns ihr Heim gefunden hat. Sie ist wirklich sehr lieb und ausgesprochen pflegeleicht. Im Moment bin ich in der heißen Phase mit meinem Roman und schreibe den ganzen Tag. Susi liegt immer irgendwo bei mir in der Nähe und begleitet mich mit ihrem Schnarchen. Nur mit einer Sache macht sie Probleme: wenn ich nicht da bin. Dann jammert sie die ganze Zeit und treibt meine Freundin in den Wahnsinn. Ich nehme sie schon fast überall mit hin, aber manchmal geht es eben nicht. Zum Arzt oder zur Physiotherapie, da kann sie leider nicht mit.

Jedenfalls bin ich der Meinung, dass wir mit dieser Dackeldame einen richtigen Glücksgriff getan haben.
Wir können noch viel schöne gemeinsame Zeit miteinander verbringen.

***

Juni 2018

Ich gehöre jetzt auch dazu! Mein Name ist Garry.
Ich stelle mich auch gleich vor.

 

 

 

 Garry


Meine gute Freundin Nebelkrähe hat einen Beitrag im Forum gepostet. Sie adoptiert schon seit vielen Jahren Hunde aus einem Tierheim in Rumänien. Es sind immer recht alte Hunde, die, die keiner mehr will. Ihnen gibt sie mit viel Liebe ihr Gnadenbrot. Ich finde das bewundernswert. Heute hat sie einen Link von diesem Heim gepostet, die Seite will ich mir doch einmal ansehen. Ein deutscher Verein hat ein Gelände in Rumänien gemietet und dort Zwinger und Freilaufflächen eingerichtet. Dort warten bis zu einhundertfünfzig Hunde darauf, von einem liebevollen Menschen adoptiert zu werden. Sie wurden ausgesetzt, haben auf der Straße gelebt oder wurden aus der staatlichen Hundefängerstation befreit. Es gibt eine große Auswahl der verschiedensten Hunde, alle haben eine mehr oder weniger schreckliche Geschichte. Manche sind sogar behindert und haben ein Gestell, mit dem sie sich fortbewegen können. Gleich auf der ersten Seite, blickt mich ein kleiner brauner Rüde mit treuherzigem Blick an und scheint zu sagen: »Hol mich hier raus, ich will auch ganz lieb sein.«, Garry heißt er. Seit einem Jahr haben wir jetzt unsere Susi, unsere elfjährige Dackelhündin. Sie hat sich so toll bei uns eingelebt, wir sind sehr glücklich mit ihr, durch sie haben wir immer wieder was zu lachen, sie ist ein drolliger kleiner Hund. Manchmal denke ich allerdings, dass es vielleicht etwas langweilig bei uns für sie ist. Wir sind fast den ganzen Tag zuhause und arg viel Aktion gibt es bei uns nicht.

Eine Woche später besuche ich die Seite erneut gemeinsam mit meiner Freundin. Der kleine Garry ist noch immer dort. Wir schauen uns zusammen seine Fotos und seine Geschichte an. Meine Freundin sagt: »Na, willst du noch einen zweiten Hund? Er würde gut zur Susi passen. Sie haben fast die gleiche Größe und auch eine ähnliche Farbe.«
Also konkret hatte ich diesen Gedanken bisher noch nicht. Dort sind so viele tolle Hunde, ich möchte sie am liebsten alle knuddeln. Doch das ist eben nicht möglich. Aber zwei Hunde? Warum eigentlich nicht? Die Futterkosten sind überschaubar, ob ich mit einem oder zwei Hunden Gassi gehe, dürfte auch nicht problematisch sein. Dass ich mit einem fremden Hund zurechtkomme, bezweifle ich nicht. Bisher haben noch alle Hunde positiv auf mich reagiert. Wir schauen uns die Adoptionsbedingungen an und die damit verbundenen Kosten. Schnell sind wir uns darin einig, dass wir Garry adoptieren werden.

Zwei Wochen später, nachdem eine Frau die zukünftigen Lebensbedingungen überprüft hat und wir alle Verträge unterschrieben haben, ist es endlich soweit: Heute soll Garry kommen! Wir sind schon recht aufgeregt und voller Erwartung. Es gab noch etwas Umstände, weil wir kein Auto haben und der Tiertransport hält außerhalb Berlins, wo am Sonntagmorgen um sechs kein Bus hinfährt. Doch auch das konnten wir regeln. Es dauert dann bis zum Nachmittag, als es endlich klingelt und eine Frau uns mit einem Tiertaxi unseren neuen Mitbewohner bringt.

Garry ist von Anfang an recht zutraulich und reagiert interessiert und verträglich. Lustig ist die Reaktion von Susi, sie läuft gleich in das Zimmer und frisst erstmal alles auf, was rumliegt, selbst die trockenen seit Tagen verschmähten Leckerlis. Wir haben uns inzwischen auf unseren Familienzuwachs eingerichtet, es gibt ein großes Hundebett, mit Platz für zwei. Doch er legt sich lieber auf eine Decke, die ich für ihn angeschafft habe. Der arme Kerl muss erschöpft sein, nachdem er drei Tage auf dem Transporter verbracht hat, jetzt schläft er.

Schon bald danach, ist er wieder munter und widmet sich ausführlich diesem verführerisch duftenden Weibchen. Obwohl er kastriert ist, scheint ihn der Geruch einer läufigen Hündin noch sehr zu interessieren. Voller Hingabe leckt er an ihrem Hinterteil und zeigt auch sonst alle Anzeichen von Erregung. Gespannt warte ich darauf, ob er auch versucht, sie zu decken. Doch zu Susis großer Enttäuschung macht er keinerlei Anstalten dazu, obwohl sie extra den Schwanz beiseite hält und sich ausgesprochen auffordernd positioniert. Nach einiger Zeit gibt sie es auf. Erfreulicherweise verhalten sie sich ansonsten sehr verträglich miteinander, das ist beruhigend zu erleben. Später am Abend, entdecke ich auf einmal eine blutige Stelle an seinem Hinterteil, gerade leckt er heftig daran herum und reißt sich büschelweise die Haare aus. Die Stelle ist schon etwa vier Zentimeter groß. Was hat er sich da nur getan? Entweder hat er sich in der Transportbox wundgerieben oder es war der Stress, sodass er sich selbst blutig biss, das geschieht manchmal. Ich lenke ihn davon ab, während ich überlege, was ich für ihn tun kann. Das beste, was mir im Moment einfällt, ist ein Wundspray. Ich hoffe, dass es bitter genug schmeckt, dass er nicht mehr dran geht. Aber wenn ich bedenke, woran Hunde so alles lecken ...

Gleich am nächsten Tag gehen wir mit ihm zum Tierarzt. Die Ärztin versorgt seine Wunde, gibt ihm eine Spritze sowie ein Mittel gegen Flöhe und Würmer. Zu guter Letzt bekommt er einen Leckschutz verpasst, der ihn daran hindern soll, an sein Hinterteil zu gelangen. Mit dem Trichter um den Hals geht ein unglücklich dreinschauender Garry mit uns nach Hause. Er ist noch sehr nervös auf der Straße, die vielen Autos und der Verkehrslärm verunsichern ihn. Es wird wohl noch eine Zeit brauchen, bis er sich an seine neue Umgebung gewöhnt hat.

Drei Wochen hat er nun schon diesen Plastikeimer um den Kopf, doch er hat gut gelernt, damit umzugehen. Insgesamt ist er ein recht fideler, springlebendiger kleiner Kerl. Er ist, ganz anders als Susi, sehr an seinen Artgenossen interessiert, springt gleich auf jeden fröhlich schwanzwedelnd zu. Heute will ich ihn von seiner Behinderung befreien, die Läsion ist gut verheilt, das Fell nachgewachsen. Es ist nur noch wenig davon zu sehen, ich hoffe, dass er nicht wieder daran beißt. Mit Susi versteht er sich soweit gut, sie sind nicht gerade dicke Kumpel, leben aber in friedlicher Koexistenz. Wahrscheinlich sind die Charaktere zu unterschiedlich für mehr. Während er umherspringt und mit seinem Ball spielt, liegt sie nur träge auf meinen Füßen rum. Doch sie streiten sich nicht um das Futter und liegen einträchtig nebeneinander, nachts schlafen sie zusammen. Alles ist friedlich, jedoch ist eindeutig mehr Leben in die Bude gekommen durch diesen kleinen immer zu Spiel und Streicheleinheiten bereiten Rüden.

Uns hat es eindeutig mehr Bewegung verschafft, diese Hunde halten uns den ganzen Tag beschäftigt. Wir haben viel Freude an unseren beiden Fellnasen, sie sind beide sehr schmusig und zugewandt und es gibt oft etwas zu lachen.

Ich will es mal mit Loriot sagen: Ein Leben ohne Hund ist möglich - aber sinnlos!

***

Nachtrag


Ein Tier zu retten verändert zwar nicht die Welt,
aber die ganze Welt verändert sich für diese Fellnase.

Das ist das Motto des Vereins zur Rettung von Hunden: http://www.sos-dogsouls.com/

Ich möchte an dieser Stelle eine Lanze für diesen Verein brechen. Diese Menschen leisten so unglaublich viel für die Tiere, dass sie nach meiner Meinung jede nur erdenkliche Unterstützung verdient haben. Liebe Leser, schaut im Internet oder bei facebook rein und wenn ihr auch ein Herz für diese unschuldig leidenden Tiere habt, adoptiert eine solche einsame Seele, sie wird es euch mit viel Liebe danken!







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